Artikel erschien am 10. Mai 2013bei Westnetz.ch

Ein Handbuch für den grünen Alltag

Greenpeace Schweiz gibt ein Handbuch heraus mit Ratschlägen für ein grüneres Leben. Matthias Wyssmann, Leiter der Organisationskommunikation über Solarstrom in Zürich-West, moderner Ablasshandel und die Vielfliegerei.

Es gibt Bücher, die liest man von Seite eins bis zu Ende, um es dann ins Regal zu den anderen verstaubten Büchern zu stellen. Und es gibt Bücher, die man immer wieder zur Hand nimmt, wenn man Rat, Inspiration, oder Trost sucht: Etwa Wolf Wondratscheks Liebesgedichte oder das Schweizer Schul-Kochbuch Tiptopf. Neu können wir unsere Bibliothek für den Alltag mit einem Rezeptbuch von Greenpeace bereichern. „Dieses Buch sollst du zu den Kochbüchern stellen“, schreibt Herausgeber Matthias Wyssmann. „Lies dieses Buch nicht. Gebrauche es.“ Die Menschheit steckt in einer Sackgasse. Ihr Lenker, der grenzenlose Konsum, findet alleine nicht mehr hinaus. Das wissen die meisten. Wenige aber handeln danach, weil man glaubt, auf gewohnten Komfort nicht verzichten zu können. Nun will Greenpeace uns mit einem Handbuch auf unserem Weg zu einem umweltverträglichen Leben unterstützen zu mehr Eigenverantwortung und Kreativität unterstützen. Das muss nicht zwingend mit Verzicht einhergehen. Sondern kann sogar Spass machen. Mit Aufsätzen von Gastautoren angereichert, soll uns das Buch die Angst vor dem grossen Verzicht zu Gunsten der Umwelt nehmen. Ein grünes Leben lohnt sich. Dafür plädieren Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger, Ex-Cabaret Voltaire-Kurator Philipp Meier, Daniel Freitag oder Soziologie Professor Ueli Mäder.

Meine drei Lieblingstipps:

1 Wurmkomposter auf dem Balkon

Ich brauche keinen Garten, um Bioabfälle zu kompostieren. Ich kann mir einen Kompost auf dem Balkon anlegen, einen sogenannten Wurmkomposter. Oder aber einen Bokashi-Eimer in die Wohnung stellen. Damit reduziere ich die Abfallmenge, die dann in die Kehrrichtverbrennung gefugt wird.

Zitronen werden zu Erde, sofern Mensch sie lässt

2 Viel Mode für wenig Geld

Lohnt sich nicht. Unsere Geiz-ist-geil-Mentalität verursacht in anderen Ländern grosses Leid. Unlängst war der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch Auslöser für mediale Weckrufe. Als Sweatshops bezeichnet die kalifornische Organisation Sweatshop Watch Ausbeutungsbetriebe, an denen die Grundrechte von Arbeitnehmern missachtet werden. Das gilt auch für weniger preisgünstige Labels. Unlängst stellte sich heraus, dass Benetton in jener eingestürzten Fabrik in Bangladesch produzieren liess. Es gibt in der Textilbranche leider kein Zertifizierungssystem, aber man kann jene unterstützen, die für faire Bedingungen in den Produktionsländern kämpfen. Prominentes Beispiel: Die Etwicklungshilfeorganisation Erklärung von Bern.

selbst gestrickt von meiner Mama

3 Kafiplausch

Ich liebe Kaffee über alle Massen. Ein Prozent des gesamtschweizerischen Stromverbrauchs fliesst in Kaffeemaschinen. Wenn ich die Maschine nicht brauche, sollte ich sie ausschalten. Jährlich kostet der Stand-by-Modus von vollautomatischen Kaffeemaschinen die Schweizer Haushalte 60 Millionen Franken. Warum also nicht einfach eine kleine Espresso Kanne benutzen, die erst noch besseren Kaffee brüht als die vollautomatischen Geräte?

Kommunikationsgerät mit Nebenprodukt Kaffee

Das Buch wird von einer Webseite www. thoreau.ch begleitet, die stetig aktualisiert wird, um der Wirklichkeit nicht hinterherzuhinken:

hubertusdesign.ch

applausverlag.ch